09.01.1999 Dreamscapes Release Party
Ein Aufschrei ging durch die Alphaville Welt, als bekannt wurde, es wäre eine Party zur Veröffent- lichung der Dreamscapes CD Box geplant.
Zum einen sahen die Fans, die im Dezember 1996 die Friends- & Fans Party erlebten, das damals gegebene Versprechen eingelöst, so etwas würde es wieder geben (es hatte schon kaum noch einer daran zu glauben gewagt) und zum anderen war es endlich DIE Gelegenheit, auf die alle gewartet hatten, die diese legendäre Friends- & Fans Party 1996 nicht erlebten. Dementsprechend groß war die Resonanz, als es daran ging, daß die Fans ihre Teilnahme anmelden sollten. Die Release Party war als geschlossenen Gesellschaft geplant, d.h. nur wer sich anmeldete und auf der Gästeliste stand, sollte eingelassen werden.
Als dann eine Woche vor dem Termin der Release Party immer noch nicht bekannt war, wo und wann diese in Berlin stattfinden sollte, gab es natürlich schon wieder Zweifler. Ob die Party doch noch abge- sagt werden würde? Ehrlich gesagt, etwas merkwürdig kam uns die ganze Situation auch vor, doch zweifelten wir nicht. Wir wußten genau, daß AV bekannt war, wie viele Fans aus dem Ausland bereits Flüge und Unterkunft gebucht hatten. Eine Absage hätte man ihnen nicht antun können. Und was lange wird, wird gut. AV sind ja bekannt für ihre Spontanität - Drei Tage vor der Party waren dann Ort und Zeitpunkt klar. An dieser Stelle sagen wir auch all den Mitgliedern unseres Fanclubs Danke, die uns anriefen und sich per Telefon die nicht ganz einfache Wegbeschreibung geben ließen. Wir wissen, Ihr hattet es gar nicht so leicht, mal eine freie Leitung zu uns zu erwischen. Glücklicher waren all die- jenigen, denen wir diese Infos blitzschnell per Email oder Fax zusenden konnten.
Und so kam der 09.01.1999 – der große Tag! 
Es war wirklich beeindruckend, wie viele Fans anreisten. Vor allem welche Entfernungen sie zurück- legten und welche Kosten damit für sie verbunden waren. Denken wir an den Italienischen Fanclub „Euphoria“ sowie den Skandinavischen Fanclub „New Horizons“, die jeweils zu zehnt kamen, oder auch an den Fanclub aus den Niederlanden und die Fans aus Belgien, England und der Schweiz. Und nicht zu vergessen, daß auch viele deutsche Fans einen recht weiten Weg hatten.
Spice Graphics & Sequential Performin, so der Name der Lokalität, in der die Dreamscapes Release Party stattfand, befand sich auf einem typischen Berliner Hinterhof im Berliner Prenzlauer Berg. Sehr vertrauenerweckend war der Weg dorthin nicht. Türmten sich doch Müllberge rechts und links. Dafür tat sich dann ein urgemütlicher Club vor uns auf. Gedämpftes Licht sorgte für eine tolle intime Atmos- phäre. Der Club war ziemlich verwinkelt. Da gab es zwei Bars, eine Tanzfläche und zahlreiche Nischen, in denen man sitzen konnte, um sich mal auszuruhen und sich zu unterhalten. Diese vielen Nischen machten es einem manchmal aber auch nicht ganz einfach, wenn man auf der Suche nach jemandem bestimmten war. Passend zum Anlaß waren die Wände dekoriert mit Postern, die das 60seitige Booklet der Dreamscapes CD Box zeigten. Hier konnte man schon einen kurzen Einblick bekommen, in die viele Arbeit, die vor allem Monika in dieses Booklet investiert hatte. Aber es hatte wohl kaum einer Zeit und Gelegenheit, diese Poster genauer zu betrachten. Es waren so viele Menschen im Club anwesend, so daß man gar nicht die Chance hatte, sich jedes Poster genauer zu betrachten. Ursprünglich war geplant, daß diese Poster im Laufe des Abends unter den Anwesenden verlost werden sollten. Nur leider hatten sich schon zuvor einige Liebhaber dafür gefunden, die diese entwendeten, so daß die Verlosung am Ende nicht stattfinden konnte. Das war sehr schade, denn somit wurde auch eine Überraschung der Band zunichte gemacht.
Nach dem Einlaß gegen 20 Uhr , der übrigens auch ziemlich aufregend und chaotisch war (Jacke abgeben, Nummer ansagen, den Namen auf der Gästeliste abhaken lassen) erkundete erst einmal jeder den Club, suchte nach bekannten Gesichtern und übte sich im Smalltalk. Fast unbemerkt trafen dann nach und nach Bernd, Martin, Rob, Marian und der Rest der Crew ein. Wie immer war Marian am begehrtesten in der Fangemeinschaft. Er war schon kurz darauf mit Autogramme schreiben beschäftigt. Aber auch Martin und Bernd wurden eng umlagert. Andere gern gesehene Gesprächspart- ner waren Monika, Tobi (beide Moonbase), K.P. (Manager) und Karin Gieselmann.
Da Dreamscapes ja ein Zeugnis der Alphaville Geschichte der vergangenen 15 Jahre ist, waren auch die Leute anwesend, die AV auf ihrem bisherigen Weg begleitet haben. Da wären zu erwähnen: Colin Pearson, der Entdecker und erste Produzent der Band, Rainer Bloss, der immer wieder mit Marian zusammen Stücke für AV schrieb und auch ein guter Freund Marians ist (man nennt ihn auch, das vierte Mitglied von AV), Janey Diamond, die viele der AV Texte mitgeschrieben hat und Marion, die lange Zeit die Fanpost für AV beantwortet hat.
Das Highlight des Abends fand ca. um 23Uhr statt. Es gab eine halbstündige unplugged Performance. Auffällig war, daß sie einige Songs wie „In the Mood“ oder „Summer in Berlin“ zum ersten Mal live spielten. Marian sagte dazu auch, daß sie solche Songs jetzt mit in die Dreamscapes Tour 1999 aufnehmen werden. Und wie immer fehlten Songs wie “Forever Young” oder “Big in Japan” nicht im Programm. Es war schon atemberaubend die begeisterten Fans zu sehen. Das ist ganz anders als bei einem „normalen“ Livekonzert. Und obwohl es nur wenig Plätze gab, von denen aus man gut zur Bühne gucken konnte, gab es kein Murren oder Drängeln. Vielmehr waren viele Fans sehr erfinderisch und stellten sich auf alles, was zu finden war, um doch noch einen Blick zu erhaschen. Diese halbe Stunde verging viel zu schnell und merkwürdigerweise wurde der Club danach wesentlich leerer. Erst später erfuhren wir, daß etwa 60 Leute, die keine Fans waren, für je 10 DM Eintritt eingelassen wurden. Diese waren nur an der Session interessiert. Zugegeben als der Club leerer war, war es viel behaglicher. Die Luft wurde angenehmer und man konnte sich besser unterhalten. Wir wollen nicht verschweigen, daß einige Fans doch auch enttäuscht waren. Im Gegensatz zu 1996 gesellten sich die Musiker nicht überall mal dazu. Besonders am Ende des Abends saßen sie in einer Ecke neben der Bar und man mußte zu ihnen hingehen, wenn man sich mit ihnen unterhalten wollte. Und das war nicht so einfach, denn dieser sehr begrenzte Raum war meistens hoffnungslos überfüllt.
Doch alles in allem war es ein sehr gelungener Abend mit sehr vielen netten Leuten. Die Stunden vergingen sehr schnell und irgendwie war alles vorbei, bevor man es recht begreifen konnte. Bei vielen wird sich die Euphorie erst im Nachhinein einstellen, wenn man den ganzen Abend noch einmal nachwirken läßt.
Was jetzt noch zu sagen bleibt, hoffentlich halten wir alle bald die Dreamscapes Box in unseren Händen. Wir haben ja den ganzen Abend diese CDs hören können, was die Vorfreude und Spannung darauf noch erhöht hat. 
(Quelle: ICS I/1999)