Big in Blossin - Fanclubtreffen 2001
Donnerstag, 30.08.2001, 22:11 Uhr, der letzte Umschlag ist zugeklebt. Damit ist alles für das Fan- clubtreffen zum 15. Geburtstag unseres Fanclubs vorbereitet. Dass das Treffen kurz bevor stand, machte sich auch an der immens gestiegenen Zahl der SMS, die auf unserem Handy ankam deutlich bemerkbar.

Am Freitag kurz nach 14 Uhr fuhren wir am Ortseinganggang Blossin vorbei. Am Handy war Rosie. Sie suchte seit etwa 20 Minuten erfolglos nach dem FFZ in Blossin. Gerade war Ilwa dabei, ihr den Weg noch mal zu beschreiben, als ich ihr zurief: „Da steht ja Rosie!“. Sie beendeten das Telefonat und Rosie fuhr uns einfach hinterher, schnurstracks in eine Kleingartenanlage. Kaum parkten wir unsere Autos dort, kam ein aufgeregter, sich in seiner Privatsphäre gestörter, und vor allem neugie- riger älterer Herr auf uns zu. Was wir hier wollten und ob die Mädels allein unterwegs seien, interes- sierte ihn am meisten. Uns war indes schon lange klar, dass hier nicht das FFZ war. Argwöhnisch beäugte der ältere Herr, ob wir auch ja richtig unsere Reise fortsetzten. Das FFZ war nur wenige 
Meter entfernt.
Frank und Jeannette waren schon seit dem Vormittag angekommen und erwarteten uns ungeduldig.
Sogleich empfing uns der Häuptling des „Lagers“. Er wies uns 5 Bungalows zu; zwei für die Familien und 3 „für die, wo es egal ist, wer mit wem...“. (Dieser Spruch darf nicht fehlen, denn er erheiterte uns das gesamte Wochenende.)
Wir nahmen die Bungalows kurz unter die Lupe (schon alleine wegen eventueller Mängel, die wir melden mussten, damit wir sie später nicht zu beheben hatten) und blieben dann erst mal alle zusammen in unserem Familienbungalow.
Das Gepäck mitsamt Getränken und Partyverpflegung musste auch ausgeladen werden, was nicht wenig war. Glücklicherweise gab es Handwagen. Das machte auch Corvin froh, denn darin konnte er prima Spazieren gefahren werden. Anfangs war die Stimmung etwas angespannt...ein gewisser 
Erwartungsdruck lag in der Luft...aber es dauerte nicht lange bis alle etwas lockerer wurden, sogar der schüchterne Corvin. Aber das hatten wir wohl größtenteils Rosie zu verdanken, die ihm 2 heiß geliebte Feuerwehrautos mitbrachte. 
Kurz vor dem Abendessen trafen Michael und seine beiden Bekannten Kathrin und Petra ein. Dieses Trio ging im Laufe des Wochenendes unter dem Namen „Bungalow 9“ in die Geschichte dieses Fanclubtreffens ein.
Obwohl uns das Wetter nicht so wohlgesonnen war, es nieselte nämlich ununterbrochen, erkundeten wir ein wenig die Gegend. Die Bungalows befanden sich in einem Nadelwald. Sehr idyllisch, aber auch mückenfreundlich. Das Areal lag direkt am Wasser. Die Badestelle war zwar klein, aber schön. Jedoch verspürte bei dem unfreundlichen Wetter sowieso niemand das Verlangen, ins Wasser zu gehen.
Um 18 Uhr sahen wir das erste Mal den Essensaal. Groß und für viele Besucher, auch wenn wir dieses Wochenende die einzigen Gäste dort waren. Da gab es eine richtige Essenluke, wo man sein Mittag abholen musste eben wie in einem Ferienlager. Manch einer mag das noch aus seiner Jugendzeit kennen.
Zum Abendbrot hatten wir ein Büffet welches ein ausreichendes und abwechslungsreiches Angebot hatte. Über das Essen konnte man sich wirklich nicht beschweren und noch dazu für einen wirklich guten Preis.
Nach dem Essen machte sich Rosie auf den Weg Yvonne und Cindy abzuholen. Sie waren von Berlin bis Prieros gelangt und warteten dort auf Taxi Rosie. Unterdessen bekamen wir anderen die Bettwäsche und sogleich machten wir uns daran, die Bungalows herzurichten. Den in der Mitte und damit allen anderen am dichtesten gelegenen Bungalow, erkoren wir zum Partybungalow. 
Die letzten unserer kleinen Runde (Familie Hartmann) trudelten gegen 20 Uhr staugeplagt ein. 
Am Abend gab es dann eine kleine Fete zum gegenseitigen Kennenlernen. Ich hielt eine Eröffnungsrede für angebracht. Dazu gab es für jeden Teilnehmer ein kleines Erinnerungsgeschenk. Einziger Wehrmutstropfen: Bungalow 9 fehlte. Wir schwankten zwischen uns darüber wundern und uns darüber Sorgen machen. Es wird doch wohl nichts passiert sein? Ein Mann und zwei Frauen...und ein Schwan mit seinem Jungem, allein in der Dunkelheit...am oder im Wasser... aber Michael war ja ein guter Schwimmer. 
Samstag. Frühstück gab es zu einer annehmbaren Zeit, 9 Uhr. Bis dahin schafften wir es bequem aus unseren Betten. Und für alle zur Erleichterung: Bungalow 9 war auch da...
Zum Frühstück gab es noch eine Überraschung, denn wir hatten Post bekommen. Rosa, die leider nicht zum Treffen kommen konnte, hatte eine Karte geschrieben. (tolle Idee!!). Die wurde natürlich laut verlesen.
Den Vormittag verbrachte jeder für sich. Einige hatten noch diverse Erledigungen zu machen, vergessenes noch schnell zu kaufen.  Andere relaxten am Wasser, wie auf dem Foto zu sehen.

Um 12:30 Uhr gab es Mittag... an der berühmen Essenluke. 
Und danach Mittagspause, dank Corvin.

Der offizielle Teil ging gegen 15 Uhr weiter. Wir versammelten uns alle im Partybungalow.
Per Zufall hatte es sich ergeben, dass wir das Projekt, alle Songtexte von Alphaville und Marian Gold ins Deutsche zu übersetzen, passend zum Fanclubgeburtstag fertig stellen konnten. So präsentierten wir den Teilnehmern erstmals das fertige „Werk“, welches etwas ganz besonders geworden ist, da Marian selber teilweise mitübersetzt hat bzw. mit sehr interessanten Kommentaren und Antworten auf Fragen unsererseits, die Bedeutung mancher Songs etwas weiter erleuchtet hat. Und natürlich hatte jeder die Möglichkeit die Sammlung vor Ort zu erwerben. Sogar zum Vorzugspreis, denn die Portokosten fielen so weg. Übrigens..., Bungalow 9 war wieder nicht da.

Jetzt trafen Torleif und Alex ein, die die Samstags- Party nicht verpassen, jedoch nicht das komplette Wochenende mit uns in Blossin verbringen wollten. Alex, die sich in den letzten Jahren unter anderem mit ihren fotografischen Künsten bei diversen Alphaville Ereignissen wie Konzerten oder Partys einen Namen gemacht hatte, brachte ihre Fotosammlung mit, welche natürlich interessiert angeschaut wurde. Zudem weckte sie in manch einem diverse Erinnerungen. So verging die Zeit bis zum Grillen (18 Uhr) wie im Fluge. 
Der Grillplatz war etwas entfernt vom Partybungalow, also zogen wir mitsamt unseren Getränken, CDs und CD Player dorthin um. Die Männer bewiesen sich wirklich als Grillmeister und so schmeckte es allen gut. 

Irgendwie steigerte sich der Erwartungsdruck wieder... was würde es an diesem Abend noch geben? Kommen Marian oder Bernhard? Dass Claudia kommen würde, war bereits bekannt.
Und dann kam Claudia - ALLEIN. Enttäuschung...!...? Niemand gab es zu, aber zu spüren war sie doch, diese gewissen Enttäuschung. Claudia hatte aber Grüße von Bernhard und Marian dabei. Bernhard arbeitete gerade fieberhaft mit Max Holler am Remix von „World“ (dieser Song gewann das Voting auf der Atlantic Popes Website). Marian musste privat nach Bielefeld und wie jeder weiß, geht privat vor Katastrophe. Aber was heißt hier eigentlich enttäuscht! Ist Claudia etwa nicht genug? Claudia wurde wirklich herzlich empfangen. Und die hatte sogar ein Geburtstagsgeschenk dabei, denn Alphaville war es keineswegs unwichtig, dass wir so ein denkwürdiges Ereignis zu feiern hatten. Für uns gab es ein Originalscript aus dem Jahre 1982. Das Script ist ein komplettes Drehbuch für ein Video, welches allerdings niemals realisiert wurde. Ein wirklich tolles Geschenk und Ilwa blieb so ziemlich die Luft weg, als Claudia es ihr mit lobenden Worten überreichte. Irgendwie zersplitterte dann die Gemeinschaft vorübergehend und viele verdrückten sich eine Weile. Leider musste Claudia auch alsbald wieder weg und sie verließ uns, als die Stimmung immer noch recht gedrückt war. Ursprünglich sollte es im Speisesaal eine Sommerabschiedsparty (organisiert vom FFZ, da es für die auch das letzte Ferienwochenende war) geben. Jedoch rückte und rührte sich dort nichts, so beschlossen wir mitsamt unserer Utensilien wieder in den Partybungalow zu ziehen. Nach und nach kamen hier auch wieder alle zusammen und nachdem nun aller Erwartungsdruck abgefallen war, wurden alle so richtig locker und schließlich und endlich gab es noch eine richtige Party. Bungalow 9 lüftete sein Geheimnis und holte den Kübel Sangria, den sie noch immer nicht geschafft hatten... 

Sonntag. Das Frühstück war wieder für 9 Uhr angesetzt. Da wir allerdings um 10 Uhr unsere Bungalows gereinigt wieder abgeben mussten, krochen alle etwas früher aus den Federn und putzten fleißig den Walddreck aus den Bungalows.
Jeder brachte sein Gepäck ins Auto... Corvin freute sich über die extra- Touren mit dem Handwagen.
Und dann war es auch schon soweit, das Abschiedsfrühstück. Ein bisschen Wehmut war schon spürbar. Wenn auch im Kopf schon so mancher daran dachte, dass morgen Montag sei und welche Pflichten wieder anstanden. Besonderes Augenblicke, wie so ein Wochenende vergehen meist besonders schnell. Noch ein (oder waren es mehr???)  Abschiedsfoto... und dann fuhr jeder wieder zurück nach Hause, und zwar verstreut in alle Richtungen Deutschlands (Hamburg, Berlin, Detmold in NRW, Regensburg, Dresden und Oschatz), und setzte sich dem Kulturschock aus, aus der Illusion herausgerissen und brutal in den Alltag zurückbefördert zu werden.

(Quelle: ICS August- Dezember 2001)
Wenn du Mitglied in unserer Mailingliste bist, kannst du dir  Bilder vom Treffen in Blossin dort anschauen.