Fantreffen in Hamburg
Schuld“ an diesem Treffen waren eigentlich die italienischen Fans. Nein, eigentlich waren es die Skandinavischen Fans, denn die hatten zu Fanclubtreffen in Götheborg eingeladen. Die Italiener nahmen die Chance war und wollten daran teilnehmen. Wir (Uwe und Ilwa) dachten zunächst auch ernsthaft über einen Trip nach Götheborg nach, aber 
am Ende scheiterte es an unseren beruflichen Verpflichtungen. Jedenfalls entschieden sich die italienischen Fans 
(die beiden Alessandras aus Turin, Alex B.s Cousine Susanna und Silvia aus Bari) dafür, eine richtige Rundreise zu machen: Hamburg, Oslo, Götheborg, Kopenhagen. Unsere italienischen Freunde in Hamburg! Das durften wir uns 
nicht entgehen lassen. Und mit viel Tam Tam, gelang es uns, wenigstens einen Tag frei zu bekommen. Silvia sahen 
wir so nach über zehnjährigem Briefwechsel zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht. Italiener in Hamburg- da durfte Tobi natürlich nicht fehlen. Ihm wurde wohl erst viel später klar, daß er die ganze Truppe durch Hamburg führen müßte. Eine ziemlich schwierige Aufgabe. In der Nähe von Hamburg sind auch Burkhard und Michael zu Hause. Da beide auch mit uns und den Italienern befreundet sind, machten sie sich ebenfalls auf den Weg nach Hamburg. Thomas- ein guter Freund von Alex B.- kam extra mit dem Zug aus Bonn, und zu guter letzt wollte auch Monika an diesem Spektakel teilhaben. Für sie begann das alles wohl am chaotischsten...
Dienstag, 19.8.97, 6.40 Uhr: bei Drößlers klingelt das Telefon. Es ist Monika. Sie kommt nun doch mit uns mit. Sie 
sei bereits unterwegs. In ca. 20 Minuten ist sie bei uns. So ging es dann pünktlich gegen 7.00 Uhr los- Autobahn Richtung Hamburg.  wir hatten vorsichtshalber etwas mehr Fahrzeit eingeplant, denn die A24 ist zur Zeit eine einzige Katastrophe. Es bewahrheitete sich dann auch, denn 60 km vor Hamburg ging es nur noch Stop and Go. Wir erreichten den Treffpunkt als letzte, aber immer noch pünktlich um 10.30 Uhr.  Wenn man bedenkt, daß Michael für nur ca.40km auch 2 Stunden unterwegs war, lagen wir damit doch ganz gut. Am bequemsten hatte es wahrscheinlich Thomas, 
denn sein ICE erreicht nach nur 3 Stunden auf die Minute genau den Hamburger Hauptbahnhof. Alle versammelt be- gann der schwierigste Teil: was tun? Zunächst versorgten wir uns mit kühlen Getränken, denn die Sonne brannte mit 
30 Grad. An der Alster war es zwar unheimlich gemütlich, aber es gab kein schattiges Plätzchen, so daß wir es nur kurz dort aushielten. Wir entschlossen uns eine Hafenrundfahrt zu machen. Auf dem Wasser wehte wenigstens ein Lüftchen, so daß es sehr angenehm und vor allem auch interessant war. Nur für die Italiener war es etwas langweilig, denn die konnten von der deutschen Führung nichts verstehen. Wir überbrückten dies aber mit immerwährenden  Alphaville- Gesprächen. Es wurde Zeit, etwas zu essen. Hamburg hat einige gemütliche und vor allem auch preiswerte Lokale. Wir fanden sogar einen Tisch, an dem wir alle 11 Platz hatten. So konnten wir unsere Gespräche auch beim Essen fortsetzen. Gestärkt beschlossen wir, uns irgendwo im Grünen und im Schatten einen Platz zu suchen, an dem wir ungestört ruhen uns quatschen konnten. Tobi kannte hier einen tollen Park. Es war sogar Wasser in der Nähe. Ab und an flankiertern wir an der Uferpromenade entlang. Nachdem Ilwa sich strickt weigerte für alle zu singen, versuchte Monika vergeblich alle zum Flaschendrehen zu überreden. Aber schon ihre erste Forderung (derjenige auf den die Flasche zeigt, solle zu dem nebenan liegenden Mann gehen und sich als Alphaville-Fan outen) war zu viel. Wir tauschten kleine Geschenke aus und konnten über News und Fanclubangelegenheiten plaudern.
Eigentlich wollten wir zum Kaffeetrinken per Boot zu einem idyllischen Cafe fahren. Da wir aber über eine Stunde hätten warten müssen, liefen wir zurück Richtung Stadt und kehrten in einem Pub ein. Man konnte dort im Freien sitzen. Einzig die Wespen belästigten uns. Es dauerte gar nicht lange bis Tobi einen neuen Spitznamen verpaßt bekommen hatte: Bee-buster. Tierschützerin Silvia wahr aber sehr darauf bedacht, daß den Wespen nichts ernsthaften zustieße.  Zurück im Stadtzentrum stürmten wir ins WOM. Die Italiener wollten die Gelegenheit nutzen, Material zu kaufen, welches es in Italien nicht gibt: wie das brandneue Album der Blind Passengers zum Beispiel. Die Vinyl Maxi zu „Wishful thinking“ mit einigen Mixen, die auf der Single CD nicht zu finden sind, gab es aber auch in der Heimatstadt der WEA nicht ohne sie vorher zu bestellen. Damit blieb das ein unerfüllter Traum für die Italiener. Noch einmal setzten wir uns an die Alster. Jetzt hielten wir es wesentlich besser aus, denn es wehte ein lauer Abendwind. Für Tobi wurde 
es Zeit sich zu verabschieden. Das ist immer der traurigste Moment an so einem Treffen. Nur kurz darauf verabschie- deten sich auch Burkhard und Michael. Der Rest machte sich auf die Suche nach einem Lokal, wo man Abendessen konnte. Es gestaltete sich schwieriger als erwartet: die Italiener wollten keine Pizza essen, andere wollten wieder kein Fast Food wie Mc Donalds oder Burger King. Am Ende aßen wir doch Pizza, aber Amerikanische!
Gerade als es am schönsten war, und wir so richtig in unsere Gespräche vertieft waren, ermahnte uns die Uhr, langsam nach Hause zu fahren. Der nächste Tag war ja auch ein Arbeitstag. So sagten wir uns Bye-bye... trösteten wir uns damit, daß wir uns eventuell alle in diesem Jahr wieder bei einer Fans and Friends Party sehen würden. Die Italiener sahen ja auch dem Fanclubtreffen in Götheborg entgegen- wieder viele viele Fans und AV Gespräche. 
Und für uns war es ein Vorgeschmack auf unser Fanclubtreffen...
(Quelle: ICS III/1997)