ein Musikprojekt von Kursat Pasinlioglu aus der Türkei
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OCEANS OF FANTASY stellt sich mir als eine Art Geschichte oder Reise dar. Das erste kurze Stück MUMMY klingt sehr stark nach Weltall. Es kommt einem vor als sitze man in einem Raumschiff, welches gerate zu einer Reise startet. Nach nur 1:32 schließt sich ein weiteres nur 1:50 langes Stück an genannt FEARFUL SECRETS OF RESURRECTION (angstvolle Geheimnisse der Wiederauferstehung). Für mich setzt sich damit die begonnene Reise fort. Ein merkwürdiges Gefühl überkommt mich als Reisender. Der Sound erinnert mich an Enigma, jedenfalls entsteht eine genauso fremdartige und mystische Stimmung. Das gewählte Instrument (Panflöte oder ähnlich) unterstützt diese Übersinnlichkeit. Endlich scheint die Reise ein Ziel gefunden zu haben...ein Klavier spielt eine entspannte leichte Melodie - MEDITATION IN THE TEMPLE OF AMON (Meditation in Amons Tempel). Nach einem langen streßigen Alltag genau richtig, um mal abzuschalten und zu relaxen. Achtet man genauer auf das Klavier erinnert die Spielweise an Afternoons in Utopia. Es klingt genauso verspielt und mir kommen unweigerlich eine Wiese mit Blumen, lila Schmetterlinge und Sonnenschein in den Sinn. Ich entdecke eine neue schöne Welt und werde überglücklich. Der Refrain spiegelt diese Zufriedenheit und das Glück wieder. Ein Beat läßt alles bombastischer werden, so als schäumt man über. Nach diesem spontanen Glücksgefühl wird der Song wieder ruhiger...ich lasse die neue Welt bewußt auf mich wirken. Manchmal wird der Sound wieder schneller, so als könne ich meine Emotionen nicht unter Kontrolle halten. Am Ende kann ich die bewußte Zufriedenheit und das Glück erleben. Der nächste Song ISIMSIZ SEVGILIGE  knüpft an diese Atmosphäre an. Ich genieße das Schöne, vergesse einmal alle Sorgen und Probleme und lache vergnügt.
Denn in der Vergangenheit hatte ich so meine Träume (DREAMS). Ich versetze mich zurück in meinen Alltag. Der Sound klingt fast bedrohlich und drängt sich in mein Inneres. Ich habe versucht ihn nicht an mich heran zulassen, mich meinen wahren Wünschen zu verschließen und die graue Alltagsmaske zu wahren.
^xxx Aber die Musik ist stärker und setzt sich durch. Wieder eine Panflöte erzählt mir etwas und ich gebe mich dem langsam hin. Langsam tauche ich in den Traum ein, vergesse Zeit und Raum und fliege schwerelos . Langsam finde ich Gefallen an diesem Träumen. Am Ende des Liedes habe ich das Gefühl über mich und mein Leben nachdenken zu müssen. SONG OF SOLITUDE (Lied der Einsamkeit) ist wiederum eine sehr beruhigende Melodie, fast traurig, welche vom Klavier gespielt wird. So nachdenklich und melancholisch es auch klingt, so lange man träumen kann, ist alles halb so schlimm. Doch die Sehnsucht (YEARNING) bleibt. Wieder erzählt das Klavier die Geschichte, wie schön es wäre wenn....
Der Wunsch wird immer größer, was durch einen Beat sehr gut unterstrichen wird. Dazu kommen noch viele andere Instrumente, wie viele Stimmen, die immer lauter Rufen. Dieses Muster wiederholt sich des öfteren, bis mich die Sehnsucht nicht mehr losläßt.
Das nächste Lied ALPHAMANIA ist unverkennbar Alphaville gewidmet. Jeder der die vorher beschriebenen Gefühle kennt, wird verstehen, warum gerade an dieser Stelle Alphaville ideal passen. Es ist die erste Begegnung mit Alphavilles Musik. Es trifft einen unvorbereitet, wie die Liebe. Im Inneren bewegt sich etwas, das herz schlägt schneller (sehr gut durch den Beat dargestellt), das Blut gerät in Wallung.
Mit Alphaville gehe ich auf die Reise im ANATOLIAN EXPRESS. Der Sound ist immer noch so aufgeregt, wie im vorhergehenden Song. Ich bin verliebt. Der Sound (erinnert mich übrigens an KOTO) gibt einem aber auch das Gefühl im Zug zu sitzen...die Reise ist nicht mehr aufzuhalten.
YOU AND I ist das Finale. Schon die Logik bringt einen zum Ziel. Jetzt habe ich gefunden was ich gesucht und gebraucht habe: die Liebe, Alphaville und die Selbsterfüllung. Es ist am Ende wieder das Klavier, was 1:25 lang glücklich, überhaupt nicht melancholisch, ruhig, selig  und friedlich ausklingt.
Quelle: ICS 2/1997